03. August 2026
Unterschleißheim verkauft Esso-Grundstück: Kommune gibt Kontrolle an Investor ab
Das Esso-Grundstück ist derzeit in aller Munde. Zu dem neuen Projekt gab es bereits eine Bürgerinformation, bei der Stadt und Investor die geplanten Maßnahmen vorstellen konnten. In der letzten Stadtratssitzung wurde nun auch der Beschluss zum Verkauf des Grundstücks öffentlich bekannt.
Dass das Grundstück verkauft werden soll, wurde bereits in der letzten Legislaturperiode beschlossen, sodass es leider keine Möglichkeit für Einflussnahme mehr gab. Die vertraglichen Handlungen wurden jedoch in den letzten Monaten mit dem Gremium abgestimmt.
Stadtrat Alexander Kieslich betont:
„Wohnen muss ein Grundrecht sein. Unsere Aufgabe als Kommune ist es, bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen.“
Mit einem Änderungsantrag sollte erreicht werden, dass der erste Bürgermeister mit dem Investor über eine Mietobergrenze verhandelt. Dieser Antrag erhielt leider trotz der Stimmen von Bündnis 90/Die Grünen und der ÖDP keine Mehrheit.
Bedingungen wie eine Mietobergrenze oder ein verpflichtender Baustart für einen Kauf ins Grundbuch eintragen zu lassen, sind auch in Bayern übliche Praxis. Das bestätigt auch Kaspar Metzkow als Fachreferent für Mieten, Wohnen und Bauen der Linken im Deutschen Bundestag.
Wieder wird, wie bei der Stadtmitte, ein zentrales Projekt der Stadt Unterschleißheim in die Hände eines privaten Investors gelegt. Der Fokus liegt also nicht auf den Verpflichtungen der Kommune, sondern auf der Gewinnmaximierung des Investors.
„Die SPD hat während und auch nach der Wahl von bezahlbarem Wohnen gesprochen. Hier wird aber wieder einmal ein Bild der Alternativlosigkeit gezeichnet und einem privaten Investor zu 100 % zugearbeitet“,
kritisiert Alexander Kieslich. Er betont:
„Wir werden weiter bei jeder Möglichkeit für bezahlbaren Wohnraum in Unterschleißheim kämpfen.“
